ist ein von Bakterien gebildetes Eiweiß, welches Muskel-
überaktivität hemmen kann. Es wird daher sehr erfolgreich zur
Behandlung vom Bewegungsstörungen eingesetzt.
Die Behandlung erfolgt nach eingehender Analyse der zugrunde
liegenden Erkrankung bzw. Störung, oft unter Einsatz von
Nerven-
und Muskelmessungen (EMG, Polygraphie). Da das
Medikament nur einzelne Muskeln in ihrer Überaktivität hemmen
soll, muss es in
diese exakt injiziert werden. Die Injektion erfolgt
mit den dünnsten
Nadeln und in sehr kleinen Mengen. Der Effekt
einer Injektion hält 3 bis 4 Monate, selten auch länger an. Wiederholte Behandlungen, in der
Regel auf Dauer, sind daher notwendig.
Um ein Versagen der Behandlungsmethode durch das körpereigene Abwehrsystem zu umgehen, kann die Therapie allerdings frühestens
nach 12 Wochen wiederholt werden. Zu Beginn der Behandlung
muss die wirksame Dosis unter Umgehung von Nebenwirkungen
ermittelt werden. Diese Nebenwirkungen stellen eine Schwächung der injizierten Muskulatur über das erwünschte Maß hinaus dar. Weiterhin können Mundtrockenheit und in speziellen Fällen Sehstörungen
auftreten. Sämtliche Nebenwirkungen sind vorübergehender Natur
und können bei der folgenden Injektion vermieden werden.
Erfolgreich kann Botulinumtoxin auch zur Behandlung vermehrten Schwitzens eingesetzt werden.
Weitere Anwendungen wie Schmerzbehandlung an Nacken oder Rücken, Tennisellenbogen, Spannungskopfschmerz, Migräne
sowie
auch die Reduktion vermehrten Speichelflusses sind bereits ausreichend erprobt, werden aber derzeit von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen und stellen eine Selbstzahlerleistung dar.
Der Einsatz von Botulinumtoxin erfordert neben detaillierten anatomischen Kenntnissen spezielle Erfahrungen mit seiner
Anwendung. Regelmäßige Weiterbildungen sind wichtig und werden durchgeführt.
Unser Behandlungszentrum ist daher ein Teil des bundesweit
aufgebauten Netzes spezialisierter Zentren in Form des Arbeitskreises Botulinumtoxin e. V.